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VERANSTALTUNGSARCHIV

Freitag, 30.05.2008, Quadro Nuevo "Tango Bitter Sweet"



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Pressefoto "Quadro Nuevo"
Von Carsten Schulz-Tauberschmidt
Einen besonderen Ohrenschmaus konnte ich am vergangenen Wochenende in Altrip genießen: Das Kulturforum Altrip hatte das Quartett „Quadro Nuevo“ eingeladen, und der Saal im Regino-Zentrum am Ludwigsplatz war fast ausverkauft, auch wenn es offenbar kaum Altriper unter den Besuchern gab. Unter dem Titel „Tango bitter sweet“ präsentierten die unglaublich vielseitigen Musiker Tangos und Anverwandtes (nicht nur) mit ihrer Standardbesetzung aus Gitarre, Akkordeon, Klarinette und Kontrabass. Es war ein fantastischer Mix aus westlichen und orientalischen Einflüssen voller Sehnsucht und Leidenschaft.
„Tango bitter süß“ – besser könnte der Titel den Gegensatz aus Liebesschmerz und Leidenschaft, Orient und Okzident, Nostalgie und neuer Weltmusik kaum beschreiben, wie ihn „Quadro Nuevo“ zum Ausdruck bringt. Und das Ganze kombiniert das Quartett mit Spielfreude und Virtuosität. Die Vielfalt der Instrumente (ganze 27 zählt die informative Website www.quadronuevo.de auf und zeigt sie mit Klangbeispielen), die die Musiker beherrschen, ist erstaunlich, und ebenso verblüffend ist es, was beispielsweise Mulo Francel aus seiner Contra-Bass-Klarinette herausholt. Streckenweise meint man, ein Didgeridoo zu hören, so zaubert er die Obertöne aus dem alten Instrument hervor.
Erstklassig ist auch Gitarrist Robert Wolf, der in der Vergangenheit u.a. mit Paco de Lucia auf Tour war. Und wenn er die Bouzouki statt der Gitarre nimmt, könnte man glauben, er sei im Orient aufgewachsen. Apropos Orient: Nicht nur Titel der CD „Tango bitter sweet“ war im Programm, sondern auch ein Titel von der neuen CD „Antakya”. In Antakya, dem antiken Antiochia, hat „Quadro Nuevo“ Musik zum Film „Zwei halbe Leben sind kein Ganzes“ komponiert und aufgenommen.
D. D. Lowka zupft nicht nur hervorragend den Kontrabass, sondern streicht und klopft und trommelt auf ihm herum, dass es eine wahre Freude ist. Nicht dass es ihm an Percussion-Instrumenten mangeln würde: Ob Bongo, Tabla oder Vibraphon, alles ist drin.
Unentbehrlich beim Tango ist das Akkordeon (oder noch besser das Bandoneon). Andreas Hinterseher, der eher aus der Tradition des Musette-Walzers kommt, bringt mit seinen Instrumenten die Sehnsucht des Tangos meisterhaft zum Ausdruck. Noch nie gehört hatte ich bisher ein Vibrandoneon, das wie eine Melodika geblasen wird, aber aus Holz gefertigt ist und Stimmzungen wie in einer Mundharmonika enthält. Zart gespielt, klingt es besonders wehmütig.
Die Stücke reichen von völlig neuen, überraschenden Arrangements bekannter europäischer Chansons wie Dalidas „Paroles, Paroles“ oder (die langsame, leise, ganz abseits der Mikrofone gespielte Überraschung des Abends) Hildegard Knefs „Für mich soll’s rote Rosen regnen“ bis hin zu turbulenten Klassikern wie Khatchaturians Säbeltanz, Eigenkompositionen und Improvisationen.
Wer die Gelegenheit hat, sollte sich einen Auftritt von „Quadro Nuevo“ nicht entgehen lassen: Zu sehen und hören sind sie bis zum Winter noch in verschiedensten Orten zwischen dem Schwarzen Meer, Mühldorf am Inn und Ikaalinen in Finnland.

Die Besetzung:

  • Mulo Francel, Saxofone und Klarinetten

  • Robert Wolf, Gitarre und Bouzuki

  • Andreas Hinterseher, Akkordeon, Vibradoneon, Xylophon

  • D.D. Lowka, Kontrabass und Percussion



Daten zur Veranstaltung:



Freitag, 30.05.2008
Altrip
Regino-Zentrum | Am Ludwigsplatz


BEGINN: 20:00 Uhr


Vorverkauf: 18.00 EUR
Abendkasse: 20.00 EUR
Ermäßigt: 50%



Fragen zur Veranstaltung:

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